Lauschige Buchten, feiner Sand, grüne Wälder – herrlich dieser Wannsee! Aber nur, wenn man seine zehn Millionen in eine dieser Megavillen mit Zugang zum See investiert hat.
Für alle anderen heißt „Ausflugsziel Wannsee“: Entlang an einem endlosen Villenband laufen, in der vergeblichen Hoffnung, Zugang zum See zu finden. Eisenzäunen mit Dornen, Schilder a la „Achtung Sicherheitsfirma Security W. überwacht Gelände“ und mannshohe Sichtschutze trennen Mensch von Millionär.
Der Wannsee ist komplett zugebaut! Eine ziemliche Frechheit, wie ich finde. Naturgut kann man doch nicht einfach an den Diplomaten der Vereinten Arabischen Emirate oder den Unterwasser-Club für Millionäre verschachern.
Aber aber, wer wird denn da so eigen sein? Der Normalsterbliche kann doch schließlich im ausgewiesenen Strandbad seine Füße in die Millionärsbrühe namens Wannsee zu tauchen. Dort darf er exklusiv auch mal die Luft der oberen 10 000 schnuppern. – Falls der aufdringliche Schweißgeruch des Sardinenbüchsen-Eng-Neben-Ihm-Liegenden nicht die olfaktorische Idylle stört.
August 25, 2008 at 9:17
unglaublich aber wahr: in der Schweiz (ja dieses reiche Land da unten) gibt es kaum Privatisierungen von Seen und so muss sogar Michael Schumacher tagsüber seinen “privaten” Weg öffnen.