„Okidoki, dann wollen wir mal!“ Schrecklicher Satz, nicht wahr? Schon dieses Okidoki lässt mein Gesicht unwillkürlich Grimassen schneiden. „Na, alles paletti?“ ist ein weiterer Satz aus diesem sehr … nun… kreativen Wortschatz des Menschen, der sich solcher Phrasen bedient. Es gibt erschreckend viele Menschen, die Alltagssprache verstümmeln und auf grausamste Weise misshandeln.
„Zum Bleistift“ trifft man solche Menschen in Bürogemeinschaften. In diesem Umfeld ist das Ausfindig-Machen dieser Spezies auch ein reichlich einfaches Unterfangen. „Ach Beate, wo ist denn schon wieder der Schlepptop?“, schallt es dann durch den Raum. Später klingelt das „Tefleton“ und auf Nachfrage der Sekretärin ist „Alles Klarinetto“ – ihm geht es „wunderbärchen“. Gar “superduper.”
Zur Höchstform läuft der Sprachverhunzer jedoch erst bei Geburtstagsfeiern im Büro auf. Da legt er dem Kollegen seine Pranke auf die Schulter und schmettert ein fröhliches „Herzlichen Glühstrumpf“. Die übrigen Kollegen starren derweil peinlich berührt in ihre Sektgläser, die sie obligatorisch in die Hand gedrückt bekommen haben. Doch selbst bei Sekt und Schnittchen kennt der gemeine Sparchverhunzer keine Gnade: „Strööööößchen!“
Steht der Uhrzeiger dann auf kurz vor sechs – können die Kollegen beruhigt aufatmen, ein Ende naht. Doch der Sprachverhunzer schleicht sich nicht einfach von dannen. Oh nein. Als würde er nach acht Stunden Ohren-Folter seinen Kollegen noch den finalen Todesstoß versetzen wollen, wünscht er „Bis Baldrian!“. Die noch am Schreibtisch verweilenden Mitarbeiter murmeln irgendwas von “Auf dass deine Stimmbänder verrecken mögen”. Was der Sprachverhunzer aber nicht versteht, dann er steht schon in der Tür, die er mit einem „Tschüssikowski“ endgültig schließt.