Wer einen eiligen Termin hat, der hetzt durch die Straßen. Wer die Straßenbahn an sich vorbei ziehen sieht, der setzt zu einem Spurt an. Und wer Freizeit hat, der schlendert durch die Stadt.

Soweit, so normal? Denkste! Von Mai bis September gelten andere Gesetze auf Deutschlands Gehwegen. Laufen, rennen, schlendern ist im Sommer nicht drin. Stattdessen gehen, schleichen oder humpeln die Menschen so vor sich hin. Das ist nichts wirklich Neues. Frauen kennen dieses Phänomen von Riemchen-Sandalen, Stiletto-Stiefeln und Pumps eigentlich das ganze Jahr über.

Doch heute saß in der Straßenbahn und schaute aus dem Fenster (ich sag es immer wieder: besser als jedes Theaterstück!): Selbst Männer können sich momentan kaum vorwärts bewegen. FlipFlops werden ihnen zum Verhängnis. Entweder die Männer verfangen sich mit ihrer FlipFlop-Sohle in ihren weiten Leinenhosen. Oder sie schlurfen mit schmerzverzerrtem Gesicht vor sich hin, weil der Steg zwischen den Zehen eben diese wund scheuert.

DAS ist doch mal Emanzipation wie ich sie mir vorstelle!