buecher.jpgDer klassische Buchhänder: Das ist ein alter knorriger Mann, der mit gebücktem Rücken die langen Regalreihen entlang schlurft. Es trägt grau-braune Strickweste und eine goldene Lesebrille. Arglos und harmlos. Der Abends am Kaminfeuer sitzt, seine Pantoffeln zum Feuer und seine Hände nach dem Buch auf dem Beistelltisch streckt. Dem die Frage „Und welches Buch liegt auf Ihrem Schreibtisch?“ mit Namen und Titeln beantwortet, die mein literarisch ungebildetes Ohr noch nie vernommen haben. Jedes schlohweise Haar des Buchhändlers hat mehr Intellekt als der durchschnittliche Berliner (um es mit Sarazzin zu sagen).

Doch mit dieser klischeebehafteten Vorstellung stehe ich offensichtlich ziemlich alleine da. Die meisten Menschen um mich herum sehen in Buchhändlern – ähm – ja was eigentlich? – jedenfalls ein ganz ganz dummes, böses Wesen. Das würde zumindest so halbwegs erklären, warum dieser Berufsstand beim Ranking der angesehenen Berufe auf dem allerletzten Platz rangiert.

Die Veröffentlichung der „Berufprestige-Skala“ treibt mir doch einige Runzelfalten auf die Stirne: Bonus-Meilen-und-Wortbrech-Politiker sind im Ansehen höher als arglose Buchhänder? Warum rangieren die skandalumwitterten Manager nicht auf dem letzten Platz? Was haben die Buchhänder Deutschland denn getan?

Ich finde: Buchhänder, krabbelt raus aus dem Umfragetief! Das habt ihr nicht verdient!

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