Feuer machen, Büffel jagen und Häusle bauen – kaum zu glauben, was Männer früher zu Leisten im Stande waren. Es dürfte kaum Jahrzehnte her sein, da solche Erwartungen seitens der Frauen an einen Mann durchaus Realität waren.

Was hat sich nur in den vergangenen Jahren getan?

Feuer machen? Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil „Haste mal Feuer?“, wird die holde Weiblichkeit gefragt.
Büffel jagen? Fehlanzeige. Seit Eva Herrmann sieht sich der Mann ja noch nicht einmal genötigt, Nudeln kochen zu können.
Häusle bauen? Fehlanzeige. Mann will doch keine Steine schleppen – oh weh oh weh, da könnten die aufgehübschten Nägel einen Dreckrand bekommen.

Wenn also die Kerle eifrig dabei sind, ihre Männlichkeit selbst zu demontieren, so gibt es dennoch einige Nischenbereiche, in denen Frauen mit Leichtigkeit zu beeindrucken sind.

 

bueffel.jpgIch stehe auf einer WG Party, kralle mir ein Becks Lemon und schaue mich unschlüssig in der fremden Küche um. Der Bieröffner ist zu dieser Zeit wohl schon längst in einer dunklen Sofaritze verschwunden. Hilflos stehe ich nun inmitten einer Küche. Komme mir vor wie eine skurrile Figur, mit einer geschlossenen Bierflasche in der Hand. Wieder hinstellen und mit dem offenen Wein begnügen? Oder den Fingernagel in den Kronkorken schlagen, in der vergeblichen Hoffnung, die Flasche somit öffnen zu können?
Nein, hier schlägt das Stündlein der letzten Büffeljäger und Häuslebauer, die auf dem Weg sind, ihre längst verloren geglaubte Männlichkeit zurück zu erobern: Ob mit Feuerzeug, am Billy-Regal oder mit den Zähnen – völlig egal, Hauptsache am Ende drückt man mir die geöffnete Flasche wieder in die Hand.

Zugegeben – so ein erlegter Büffel würde mich natürlich auch ein bisschen beeindrucken…