Ich werde das nächste halbe Jahr in Hawaii verbringen. Doch keine Sorge, resistent wird wie gewohnt  weiterhin mit frischen Artikeln bestückt werden. Allerdings möchte ich auf meinen zweiten Blog verweisen: resistenthawaii.wordpress.com

Auf diesem blogge ich über wilde Tiere, hohe Wellen, Hulatänzer und alle anderen Abenteuer, die es während meines Auslandssemesters zu bestehen gilt. Einen Link zu resistenthawaii  findet ihr in der Seitenleiste rechts.

Viel Spaß künftig auf beiden resistent-Seiten!

Die Gegend, aus der ich komme und in der ich aufgewachsen bin, ist allgemein als Erlanger Hinterland bekannt. Eine provinzielle, fränkische Kleinstadt. Jawohl Klein-Stadt. Das muss man hier betonen. Denn Kleinstädtern ist die Abgrenzung zu den Dörflern wichtig. Schließlich kommen alle Kleinstädtler selbst aus Dörfern und haben den sozialen Aufstieg in eine Stadt mit Schulen, Supermärkten und Highspeed DSL geschafft. Auch gibt es eine Busverbindung in die nächst größere Stadt. Nicht, dass Kleinstädter diese jemals nutzen würden, schließlich hat hier jeder ein Auto. Ich meine nicht so ein Auto, das heimlich mit Sonnenblumenöl betankt wird. DAS machen wiederum nur die Dörfler. Ich meine ein repräsentatives Auto, mit dem samstags zu Aldi und sonntags in die Kirche gefahren werden kann.

Willkommen in der Gedankenwelt meiner Kinderheit und frühen Jugend, aus der ich bei erstbester Gelegenheit geflohen bin. Denn ebenso wie Kleinstädter froh sind, keine Dörfler mehr zu sein, sind fränkische und schwäbische Kleinstädtler wie ich froh, den Sprung in eine „echte Großstadt“ geschafft zu haben. Brüstete ich mich noch vor einigen Monaten, Berlinerin geworden zu sein, so muss ich meinen sozialen Abstieg verkünden. Ab heute führe ich hochoffiziell eine provinzielle Existenz, zumindest auf dem Papier.

Mein offizieller Hauptsitz lautet: Kleinstadt! Und bis zu meinem Abflug ins Ausland lebe ich eine Woche lang wieder in meinem Elternhaus. An die Umstände einer provinziellen Existenz musste ich mich in den letzten drei Tagen schmerzhaft gewöhnen.

Wer glaubt, Lärmbelästigung sei ein Großstadt-Problem, der irrt. Der irrt ganz gewaltig. Der Berufsverkehr an einer sechsspurigen Hauptverkehrsstraße ist nichts im Vergleich zu dem Geräuschpegel, der herrscht, wenn ich auf meinem Balkon sitze. Rund um die Uhr heulen Rasenmäher, schwere Maschinen, dem Geräusch nach zu urteilen Schlagbohrer oder Presslufthammer, rumoren in den Nachbargärten. Mir fehlt die nötige OBI-Kompetenz, um zuordnen zu können, ob der Nachbar seine Hecke stutzt, nach Öl bohrt oder eine Hauswand einreißt. Überhaupt, OBI. Was für Großstädter das Stammcafe, ist für Kleinstädter der Baumarkt. Ein Ort, an dem man Freunde, Bekannte und Nachbarn trifft. Ein Café hingegen ist in meiner Kleinstadt nicht existent. Das letzte, das den wagemutigen Versuch unternommen hat, Kaffeekultur in der Provinz zu etablieren, machte vor etwa fünf Jahren bankrott. Denn Café steht Synonym für Zeitverschwendung. Wer es sich leisten kann, im Café „rumzulungern“, der ist ein Nichtsnutz und wird es niemals zu etwas bringen.

Der Ort, der am ehesten als so etwas Ähnliches wie ein Café bezeichnet werden könnte, ist die örtliche Bäckerei-Filiale mit drei Stehtischen. Strategisch günstig zwischen Kneipe und Friedhof positioniert treffen sich dort täglich Rentner, um stumm nebeneinander die Lokalzeitung zu studieren. Dieses Verhalten ist insofern gesellschaftlich toleriert, als dass die Rentner quasi nur einen Zwischenstopp auf ihrem eigentlichen Weg einlegen. Die, die noch unter ihrer Frau zu leiden haben, in die Kneipe. Die anderen auf den Friedhof.

Meine Heimatstadt ist ein echter Wachstumsstandort, zumindest verkündet dies der Bürgermeister alljährlich auf dem wichtigsten Event der Stadt, der Jahreshauptversammmlung der Tontauben-Schieß-Freunde. Das einzige, was meines Erachtens nach hier prächtig wächst und gedeiht sind Stechmücken in den Karpfenteichen und Wäldern ringsum. Liebe Großstädter, die ihr das hier lest. Nein, ich rede nicht von Stechmücken, wie ihr sie kennt. Was ihr als Steckmücken kennt verhält sich zu dem, was hier als Stechmücke grassiert wie ein Chiwauwa zu einem Dobermann. Die Stiche wachsen zu tennisballgroßen Ekzemen heran. Ein unbedarfter Blick auf meine Beine ließe derzeit vermuten, ich hätte ein drittes Knie.

Zugegeben, die Fashion Week in Berlin ist schon seit ein paar Tagen vorbei. Aber busy busy busy wie man es als Großstadteuropäer nun einmal zu sein hat (zwischen Elektroparty auf einem Flachdach in Mitte und Vernissage des schwulen Neuköllner Künstlerfreundes blieb keine Zeit – aber wem sag ich das, das kennt ihr ja), hab ich es nicht auf die Reihe bekommen, meinen Blog rechtzeitig abzudaten, oder wie andere sagen: „Ich bin ja so gesträääääst.“

Nein, stimmt nicht. Eigentlich war ich mir nur nicht sicher, ob ich die Fashion Week tatsächlich im Blog erwähnen oder das Ereignis besser für immer aus meinem Gedächtnis löschen sollte. Denn was folgt, ist nicht gerade das ruhmreichste Stück aus meinem Leben. Aber säh la wieh, wie mein halb-französischer Ex-Mitbewohner nach drei Gläsern Wein zu nuscheln pflegte.

Doch ganz abgesehen davon, dass die Fashion Week nicht glorreich in meine persönlichen Annalen (bitte mit Doppel-N!) eingehen wird, wäre diese um ein Haar unbeachtet an mir vorbeigegangen. Denn die Fashion Week ist so etwas wie die Pyromusikale. Die WAS? Genau – auch so ein Event eben, das momentan in Berlin stattfindet, bei dem ein Orchester klassische Musik geigt und ein Pyromane dazu Raketen zündet. Als Berliner kriegst du davon nichts mit, außer dass man seit zwei Tagen allabendlich meinen könnte, der Flughafen Tempelhof werde nieder gebombt. Warum ich jetzt von der Pyromusikalen erzähle? Weil die Fashion Week auch so ist. Ein Ereignis, das zum kulturellen Dauerrauschen Berlins gehört, aber sonst beim Bionade Trinken nicht weiter stört.

Bis zu diesem Jahr. Die Störung kam in Form einer Eintrittskarte zur Kilian Kerner Show. Bevor hier das hektische Gegoogle losgeht: Nein, Kilian Kerner muss man nicht kennen. Zusammengefasst ein junger Modemacher aus Berlin, den GQ als „den neuen Shootingstar der Szene“ bezeichnet.

Modewochen kannte ich bisher nur als Exclusiv mit Frauke Ludowig. Und weil jedes Mädchen sich wünscht, alles mal in Echt zu sehen, was Frauke im Fernsehen zeigt, nahm ich die Freikarte meiner Arbeitskollegin natürlich an. Einziges Problem: Die Show ging schon zwei Stunden später los, also keine Zeit zum heimfahren, schick machen, umziehen – und das an einem Casual Friday, der in einer Agentur gewöhnlich auf den Casual Monday, Casual Tuesday, Casual Wednesday und Casual Thursday folgt.

Aber auch das konnte mich nicht schrecken, da ich auf einer Fashion Show ohnehin nur Agentur- und Pressemenschen wähnte. Wäre da nicht das kleine Missgeschick vom Mittwoch gewesen. Am Mittwoch war ich vom Fahrrad gestürzt, was zur Folge hatte, dass Knie, Ellebogen und nahezu alle Körperteile, die mein Casual Friday Outfit zeigte, aufgeschürft, blutig und/oder blau waren.

Aber vom letzten Frisörbesuch mit Bunten-Update hatte ich in Erinnerung, dass die Besucher einer Fashion Show ohnehin im Dunkeln sitzen. Und ICH muss ja nicht über den Catwalk, redete ich mir ein. Also, wer sollte sich schon für mein Knie interessieren? Nein, über den Catwalk musste ich nicht. Nur vorbei an fünf Türstehern im schwarzen Zwirn, vorbei an etlichen Modetussis, vorbei an E-Prominenz (hier verhält sich das mit den Buchstaben im Übrigen umgekehrt proportional zu den Körbchengrößen, das heißt: je größer der Buchstabe, umso weniger begehrenswert). Der einzige Promi, den ich (wiederum aus Exclusiv mit Frauke Ludowig) kannte, war Matthias Schweighöfer. Und der sah in seinem grauen T-shirt und der Jeans ähnlich deplatziert aus wie ich.

„Mit viel Glück kann man mich für eine dieser Hostessen halten, die mit blauen Knieschützern herumlaufen und kostenlose Getränke verteilen“, dachte ich mir und mir war rätselhaft, warum man mit flachen Schuhen blaue Knieschoner tragen muss. Hätte ich die mal besser gehabt am Mittwoch. Aber wer konnte schon ahnen, dass so etwas passiert. Oder kennt ihr irgendjemanden über 10 Jahren, der vom Fahrrad fällt und sich die Knie aufschlägt? Ich jedenfalls nicht.

Das nächste Mal musst ich an blaue Knieschoner denken, als ich die Models in 15-cm-Absatz-Schuhen über den gefliesten Laufsteg stolpern sah. Ehrlich gesagt glaube ich sogar, dass bei den meisten Kleidern blaue Knieschoner gar nicht weiter negativ aufgefallen wären.

Nach 20 Minuten war die Show dann auch vorbei und busy busy busy machten sich die Berliner Fashionitas auf zu ihrem nächsten Bionade-Date. Auf dem Rückweg drückte mir eine Hostess noch einen Energydrink in die Hand. Ich glaube, sie fand mich ganz sympathisch. Bestimmt wegen des Knies.

Im analogen Zeitalter war „die Kontaktanzeige“ gleichzeitig peinliches Alltagsmysterium wie der letzte Rettungsanker für alle auf dem Heiratsmarkt Schwervermittelbaren.
Im digitalen Zeitalter wird ganz selbstverständlich im Internet nach der großen Liebe, dem schnellem Sex oder einem Seelenverwandten gesucht. Doch wer sind die Menschen hinter den Anzeigen? Fünfzig Menschen, die auf Craigslist ein solches Inserat aufgegeben haben, hat Fotograf Mark Andrew aus der Anonymität des Internet hinein in das Blitzlicht seiner Kamera gezerrt. Herausgekommen sind feinfühlige Bilder von einsamen, hässlichen, grotesken, interessanten und zerbrechlichen Menschen. Fotos und dazugehörigen Anzeigentext ergeben Andrews Arbeit De-Classified.

Zumindest in meinem Fall waren es Lehrer, die den Satz „Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten“ geprägt haben. Was einmal mehr beweist wie wenig Ahnung Lehrer vom wahren Leben haben. Es gibt sehr wohl dumme Fragen. Ich rede hier nicht von der Art dumme Fragen, die uns selbst tagtäglich rausrutschen, der Floskelfrage, wie es einem gehe, oder der Frage, auf die man keine ehrliche Antwort will, „Was denkst du gerade“. Nein, es geht um die Menschen, bei denen saudummes Fragen schon chronisch ist.

Der Verwirrte

Typische Fragesituation: Man begegnet dem Verwirrten vor der Mensa, du verlässt die studentische Futterkrippe gerade, er geht erst hinein. Ihr kennt euch, grüßt euch, doch statt es bei einem freundlichen Zunicken und aneinander vorbei Gehen zu belassen, fühlt sich der Verwirrte genötigt, etwas zu sagen. Der Verwirrte öffnet also seinen Mund und heraus blubbert es: „Und, gab’s in der Mensa was zu Essen?“
Das möchte man antworten: Natürlich gab es in der Mensa Essen. Denn genau dafür ist eine Mensa da. Zum Essen. Genau genommen ist das der einzige Daseinszweck einer Mensa: Essen. Wenn es kein Essen gäbe, wäre es keine Mensa, sondern eine Aula. Darum gibt es in der Mensa IMMER Essen. So wie es im Schwimmbad immer Wasser, im Zoo immer Tiere und in der Bibliothek immer Bücher gibt!
Das antwortet man tatsächlich: Ich hatte Kartoffelpuffer mit Kräuterquark. Waren ziemlich lecker, aber ein bisschen fad. Na, dann lass es dir schmecken.

Der Unhöfliche

Typische Fragesituation: Man geht zusammen ein Eis essen. Der Unhöfliche nimmt eine Kugel, du zwei. „Na, großen Hunger?“. Das Eis schmilzt, man schleckt und beendet seine Portion gleichzeitig mit dem Unhöflichen. Die Frage kommt prompt: „Na, schon fertig?“
Das möchte man antworten: Ja, großen Hunger. Ja, schon fertig – wie du selbst beantworten kannst, denn schließlich hast du ja Augen im Kopf und siehst, dass ich soeben den letzten Waffelrest in meinem Mund verschwinden hab lassen. Im Übrigen habe ich durchaus verstanden, dass du mich hier gerade durch die Blume als Vielfraß bezeichnest.
Das antwortet man tatsächlich: Ja, großen Hunger. Ich kam heute nicht zum Mittagessen, da muss ich mich jetzt ans Eis halten. (Nicht nur, dass man sich über die unhöfliche Frage ärgert. Nein, man bekommt auch noch ein schlechtes Gewissen wegen Lügens. Denn diese Antwort gibt man, selbst wenn man ein halbes Wildschwein zu Mittag verdrückt hat.)

Andere machen das ständig: Bierkasten, Zelt und Kondome schnappen und dann drei Tage lang raus zum Musik hören. Ich hatte letztes Wochenende mein erstes Mal Festival und bin eben zurück von drei Tage Fusion. Gelernt hab ich auch was, hier die wichtigsten Fakten zusammengefasst in einem „How to behave on a festival“:Unbenannt-3

1. Trinke niemals aus fremden Flaschen, selbst wenn das dargereichte Wasser dem dehydrierten Körper noch so verlockend entgegenschwappt. Denn Wasser ist nicht gleich Wasser. Oder dachtet ihr nach ein paar Schlücken Bonaqua schon mal, herzrasend und zitternd, die Laserlichter würden euch erschießen?

2. Prüfe woher der Wind weht und schlage dein Zelt niemals im Dunstkreis der Dixi-Oase auf.

3. Überhaupt: Eine Dixi-Oase hat nichts mit einer Oase im eigentlichen Sinne zu tun. Gar nichts!

4. Ein Zelt ist kein schallisolierter Raum. Man hört draußen alles. ALLES.

5. Wenn sich 70 000 Menschen auf eine Fläche verteilen, deren Einwohnerzahl normalerweise kleiner gleich 1 ist, und alle 70 000 Menschen versuchen
1.) ihren daheimgebliebenen Freunden zu erzählen, wie geil es ist
2.) ihre auf dem Festivalgelände verloren gegangenen Freunde wieder zu finden
3.) betrunken dem Ex zu sagen, wie schön es letztes Jahr auf dem Festival mit ihm war und dass man es noch einmal probieren könnte
4.) ihren Dealer zu erreichen
5.) den Medizinstudenten-Kumpel anzurufen, um zu fragen, was bei Krampfanfällen und Schaum vor dem Mund zu tun ist,
…dann sind Silvester-Zustände vorprogrammiert. Soll heißen: Versuch erst gar nicht, das Handy auch nur anzuschalten.

Unbenannt-16. Die Sonnenbrille braucht man am dringensten auf der Heimfahrt mit dem Zug.

7. Du wirst blaue Flecken an Stellen haben, von denen du gar nicht wusstest, dass sie blau werden können.

8. Nein, der Typ im Weihnachtsmannkostüm, der seit Stunden hinter dem Zelt hervorspringt und Leute erschreckt, ist gehört nicht zum Varieté- Ensemble. Der ist so.

9. Und pass verdammt nochmal auf die Zeltschnüre auf! Sie können überall gespannt sein. Auch dort, wo es keiner vermutet. Gerade dort, wo es keiner vermutet.

10. Duschgel ist kein adäquater Spülmittel-Ersatz. Es sei denn du magst Pasta in der Geschmacksnote Holunder-Hibiskus-Traum.

11. Brennspiritus heißt so, weil er brennt.

Wenn ich nach Hause fahre, also dorthin wo ich aufgewachsen bin und meine Eltern wohnen, was höchstens alle paar Monate vorkommt, blättere ich gewohnheitsgemäß die abonnierte Lokalzeitung durch. Jedes Mal kommt mir das Blatt noch unwichtiger, noch schlechter vor. Das Schlimmste ist nicht einmal der halbseitige Bericht über die Jahreshauptversammlung des Tischtennisvereins. Nein, wirklich grausig sind die absolut uninspirierten Bilder. Anständige Fotografen will sich die Zeitung ohnehin nicht leisten, also erhält jeder, der eine Digitalkamera wackelfrei in zwei Händen halten kann, die Chance gedruckt zu werden.

worldpressphoto102_v-gross4x3Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass Menschen lieber Fernsehen schauen als in ihre Zeitung. Schließlich sagen die (zugegeben auch nicht immer hochqualitativen) Bilder mehr als 1000 gedruckte Worte.

Dies soll jedoch kein Abgesang auf die Tageszeitung werden. Vielmehr ein Appell, sich mehr Mühe zu geben. Dass nämlich ein einziges Bild die Wirklichkeit viel stärker einfangen kann, als es Fernsehkameras bisweilen vermögen, habe ich letzte Woche auf der Wanderausstellung der World Press Photo Foundation gesehen.

Bis zum 5. Juli macht die Ausstellung Stopp in Berlin. Gezeigt werden ausgezeichnete Pressefotos des letzten Jahres. Erdbeben in China, Weltwirtschaftskrise, Olympische Spiele oder Krieg in Russland. Bilder, die Weltgeschehen auf einen Moment bannen und trotzdem alles einfangen.

Sehr beeindruckend. Wer die Chance hat, die kostenlose Ausstellung zu besuchen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Wer nicht in Berlin lebt, der kann sich hier zumindest die Fotos ansehen.

(Das Foto zeigt im Übrigen das Weltpressefoto 2008.)

Heiraten im Zoo ist wie Kindergeburtstag bei McDonald’s.

1. Milchreis ist das neue Sushi. Wenn es so etwas wie Modeessen gibt, dann wird der nächste Großstadttrend Milchreis heißen. Risotto-Bars schießen aus dem Berliner Asphalt, Freunde von mir finden die weiße Pampe plötzlich „total lecker“ und klar, in Kreuzberg soll die erste Milchreisbar ihre Pforten geöffnet haben. Ich sehe Kulturkritiker schon schreien schreiben,  Milchreis sei ein Rückfall in die infantile Phase und ein weiteres Zeichen dafür, dass Großstädter mit 30 Jahren und Umhängetasche nicht erwachsen werden wollen.

bier2. Wenn ich an eine Bar komme, sag ich immer einfach: „Ein Bier.“ Die Guten geben mir dann irgendwas Braunes, Flüssiges und Alkoholisches, die Bösen horchen mich aus. „Flasche oder Fass?“ „Ähh…Flasche?“ „Berliner, Tanntenzäpfle oder Augustiner?“… „Ähh…das erste.“ Aber als ich letzte Woche auf einer Party bei einem Frisör war, drückte man mir einfache ein BIER in die Hand. DAS BIER. Geschmack braucht keinen Namen. Auch wenn ich die Idee sehr charmant finde, hat die ganze Sache doch einen schalen Beigeschmack. Ich kann mir lebhaft den Marketingfuzzi einer großen Brauerei vorstellen, der seine Idee präsentiert: „Wir machen da was voll cooles, neues, hippes. Bionade und so. Bier. DAS BIER. Verkaufen esnur in ausgesuchten hippen Läden in Berlin. Zielgruppe so Urban Travellar 25 bis 35, schon etwas gesettled, denen ihr Leben jetzt kompliziert genug ist, die einfach einfach wollen. Yeah.“

K640_frühstücken im maibach3. Obwohl ich den Kollwitz-Platz nicht mag, weil zu viele junge Frauen aus der Ursula-von-der-Leyen-Armee herumlaufen, kann man dem Platz eine gewisse Frühstückskompetenz nicht absprechen. Das süße Frühstück „Paris“ im Café Maibach ist der wahr gewordene Traum einer jeden Nachkatze: Crêpe mit Vanille-Schoko-Soße übergossen, zwei Croissants, Nutella, Marmelade und Butter zum eindippen, Trauben, Melone, Ananas, mit Honig gesüßter Quark, eingebackener Weichkäse. Empfehlenswert!

Die schweizer Stadt Luzern befindet sich im Wahlkampf für das Stadtparlament. Gekämpft wird mit allen Mitteln. Die FDP lässt ihre Kandidaten per Videobotschaft blamieren vorstellen.

Mein Lieblingskandidat ist dieser sympathische Herr. Charmantes Lächeln, fast schon ein schweizer Obama… nur zuhören sollte man ihm besser nicht.

Ich bin ein Helikopter. Was heißt das überhaupt? Das heißt, ich bin ein Mensch mit einem Helikopter-Blick. Das heißt, ich sehe nicht nur den Wald, nicht nur die Bäume – ich sehe Bäume und den Wald. Und ich verstehe auch,  dass die Bäume verholzt sind und zwischen den Bäumen viele Zwischenräume sind und dementsprechen habe ich einen wunderschönen Helikopterblick.

Du siehst immer noch den Wald vor lauter Bäumen nicht? Dann gibts hier Nachschub an nichtwählbaren Alternativen aus Luzern.

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